Psychologie: Was sind Angststörungen?

Germany News 18

Die Zahl der Menschen mit Angststörungen ist seit 2005 um 15 Prozent gestiegen. Was sind die Symptome und was kann gegen diese psychische Erkrankung getan werden?

Im Jahr 2015 waren laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 264 Millionen Menschen von Angststörungen betroffen. Aber was ist das genau?

Weiterlesen:  Mehr deutsche Studierende leiden unter Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken

Angst ist ja ganz normal und in vielen Fällen gerechtfertigt, weil sie uns vor Gefahren schützt. Bei einer Angststörung handelt es sich jedoch um Situationen, in denen keine Gefahr besteht. Aus rein rationaler Sicht ist die Angst völlig unbegründet, aber sie kann sich immer noch sehr real anfühlen.

Generalisierte Angststörung

Es gibt verschiedene Formen von Angststörungen. Hierzu zählen beispielsweise Phobien.

Eine der restriktivsten ist jedoch die generalisierte Angststörung. Während bei einer Phobie die Angst an konkrete Situationen oder Gegenstände gebunden ist (zum Beispiel Arachnophobie oder Angst vor Spinnen und Aviophobie – die Angst vor dem Fliegen), ist die generalisierte Angststörung viel weniger spezifisch. Es ist wie ein ständiger Begleiter, ein Schatten, der um die nächste Ecke lauert und jederzeit zuschlagen kann.

Dies bedeutet nicht, dass Menschen, die mit dieser psychischen Krankheit zu kämpfen haben, in einem permanenten Zustand des Elends sind. Für viele Betroffene ist ständiger Stress einfach die Norm. Diejenigen mit generalisierter Angststörung lernen von Anfang an, ihre Sorgen zu verbergen und im Alltag zu managen. Trotzdem fordert die Angst ihren Tribut.

Ausschlaggebende Faktoren

Die Wahrscheinlichkeit einer Angststörung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Frauen sind beispielsweise doppelt so häufig betroffen wie Männer. Manche Menschen sind auch genetisch anfälliger für Stress und Angstzustände. Das Umfeld und traumatische Erlebnisse eines Menschen können auch bei der Entwicklung von Angststörungen eine Rolle spielen.

Typische Symptome sind Müdigkeit, Schlafstörungen und Verdauungsprobleme. Wer das Gefühl hat, nicht länger als sechs Monate aus einem Strudel von Sorgen und Ängsten herauszukommen, sollte sich von einem Fachmann beraten lassen. Darüber hinaus könnten sich auch einige kleine Veränderungen im Alltag positiv auswirken:

Sport

Es ist wichtig, mindestens 30 Minuten lang zwei- bis dreimal pro Woche zu trainieren. Es spielt auch keine Rolle, um welche Art von Übung es sich handelt: Laufen, ins Fitnessstudio gehen, Fußball spielen, schwimmen. Der Hauptpunkt ist, erschöpft zu sein.

Aktivität hilft, das Adrenalin abzubauen, das Sie in stressigen Situationen freisetzen. Zusätzlich reagiert der Körper auf Bewegung ähnlich wie auf Stress. Ihr Puls steigt, Sie schwitzen, Sie fangen an, schwerer zu atmen. So lernt der Körper, mit diesen Reaktionen beim Sport umzugehen und mit dem nächsten Stressanfall besser umzugehen.

Ernährung

Eine gesunde Ernährung mit viel Vollkorn, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren kann Stress abbauen. Was vermieden werden sollte, sind stärkehaltige Lebensmittel wie Brot oder Nudeln aus normalem Mehl. Diese Art von Nahrung hält den Insulinspiegel hoch. Hohe Insulinspiegel können zu Entzündungsreaktionen im Körper führen, die sich negativ auf das Gehirn auswirken können. Frisches Obst und Gemüse dagegen bekämpfen Entzündungen. Es gibt sogar Substanzen, die bei regelmäßiger Einnahme wie natürliche Beruhigungsmittel wirken. Dazu gehören Omega-3-Fettsäuren und Tryptophan. Das ist eine Aminosäure, die zum Beispiel in Milch vorkommt.

Kaffee ist jedoch wegen seines Koffeins schlecht für nervöse Menschen. Es weckt Sie nicht nur auf, es erhöht auch Ihre Herzfrequenz. Der Körper interpretiert dies als Stresssignal. 

Entspannung

Neben Bewegung und richtiger Ernährung eignen sich Entspannungstechniken auch hervorragend, um Stress abzubauen. Zum Beispiel Yoga, Meditation und Sensibilisierungstraining. Das hat mit deiner Atmung zu tun. Diejenigen, die gestresst sind, atmen flach. Dies löst eine automatische Reaktion im Körper aus, die als “Kampf oder Flucht” bezeichnet wird. Es signalisiert dem Körper, dass er in Gefahr ist und Stresshormone freigesetzt werden. Tiefes, langsames Atmen hingegen aktiviert die sogenannte “Ruhe- und Verdauungsreaktion”. Der Körper entspannt sich und Stresshormone werden abgebaut.

Wer diese Gewohnheiten in sein Leben einbezieht, sollte nach etwa zwei Monaten eine Besserung verspüren. Geschieht dies nicht, ist es möglicherweise angebracht, mit einem Arzt zu sprechen oder sich einer Therapie zu unterziehen.

Leave a Comment